Elberadweg: Unsere Film-Reise!

md1grossZum Ende des Jahres 2006 beschlossen wir unser Filmprojekt "InternetTV Elberadweg". Ein werbefinanziertes Projekt, dass wir schließlich durch Werbespots von Gaststätten und Hotels entlang der Tour teilfinanzieren konnten. Gemeinden und verscheidene Städte unterstützten uns zudem. Hier finden Sie einen Beitrag eines InternetTV-Blogs aus dem Jahr 2007 über unser Filmprojekt. Auf dieser Seite sind alle Filme des Projektes zu finden. Das ursprüngliche InternetTV-Portal haben wir aus Zeitgründen einstellen müssen. erw-banner

Ende April 2007 ist soweit. Die erste Tour führt uns von Magdeburg nach Dessau. Mit der Kamera im Gepäck geht es von Magdeburg aus durch die Kreuzhorst. Die Elbauenlandschaft zeigt sich hier in ihrer Ursprünglichkeit. Sie ist die Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten. Nächste Station: das Pretziener Wehr. Wir radeln nach Ronney. Es wird Abend. Mit der Fähre setzen wir nach Barby über und erreichen Klein Rosenburg, schlafen und ausruhen! Am nächsten Morgen geht es mit der Fähre nach Tochheim, ein schönes Panorama am Hochufer der Elbe. Wir wählen die Route durch das Naturschutzgebiet Steckby-Lödderitzer Forst und entdecken zahlreiche Vögel an einem verträumten Waldsee mitten im Auewald. In Brambach wechseln wir mit einer kleinen Fähre an das andere Elbufer und erreichen Dessau nachdem wir den Park Schloss- Großkühnau durchquert haben. In Dessau übernachten wir und fahren per Zug zurück nach Magdeburg.

Ende Mai 2007 fällt der Startschuss für die zweite Tour. Diesesmal geht es von Magdeburg nach Wittenberge, Gepäck für eine Woche und die Kamera dabei. In Richtung Norden radeln wir durch den Herrenkrugpark weiter zum Wasserstraßenkreuz begleitet von viel Sonne und wenig Schatten. Mittag! Zeit für eine Dreh- und Verschnaufpause. Seitenwechsel. Von Rogätz aus fahren wir durch den Bertinger Wald mit Altmärker Sand und Kiefern. Das Tagesziel Tangermünde erreichen wir gegen Abend - müde und hungrig. Einen Tag Pause! Zeit zum drehen.

Fachwerkhäuser, gewaltige Stadtmauer, Mittelalter pur. Drei erhaltende Stadttore führen zur Elbe. Das Rathaus der alten Hansestadt ist ein eindruckvolles Motiv. Anschließend führt uns der Weg über Arneburg zum Sandauerholz, Rast im Büttnershof. Die Stadt Sandau vor den Toren Havelbergs bildet für die nächsten zwei Tage unser Basislager.

Idyllisch an der Havel und Elbe gelegen, bietet Havelberg unzählige Möglichkeiten für Liebhaber des Wassersports. Architektonisch ist der romanische Dom erwähnenswert. Eine Bootstour auf der Havel bei sonnigem Wetter rundet die Tagestour ab. Von Wittenberge, eine recht herbe Stadt, führt ein Weg um den Ort durch kleine verträumte Elbdörfer als schöner Ausklang für unsere 2. Etappe.

Ende Juli brechen wir dann zur dritten Etappe auf - von Wittenberge nach York. Zugfahrt von Magdeburg nach Wittenberge. In Wittenberge überqueren wir die Elbe über eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, ewig lang mit einem fazinierenden Blick über die Elbe und die unberührte Natur. Regen! An der Gedenk- und Begegnungsstätte Stresow erzählen ehemalige Grenzanlagen deutsch-deutsche Geschichte. Im Schnackenburger Grenzlandmuseum verweisen Text- und Bildmaterialien auf die Folgen der ehemaligen Grenze. Nach der Filmpause radeln wir weiter nach Gorleben für die erste Übernachtung. Von dort aus führte entlang des niedersächsischen Elbufers ein recht steiler Weg über den Höhbeck zur Fähre Pevestorf, die uns nach Lenzen übersetzt. Die Burg Lenzen, unser nächstes Ziel, beherbergt ein Museum zur Elbgeschichte. Bei kräftigem Wind, riesigen Wolken und ab und zu Sonne radeln wir auf dem Elbdeich bis nach Dömitz mit seiner Festungsanlage. Über eine Bundesstraße und einmal links quer durch den Wald gelangen wir in das kleine Dorf Rüterberg. Nach dem Mauerbau lag der Ort im Todesstreifen. Ein Zaun grenzte Rüterberg ein. Nur durch ein Tor vorbei an Wachposten konnten die Einwohner den Ort verlassen. Ein Museum erinnert an diese Zeit. Heute ist dieses Fleckchen Erde ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Ausgiebige Rad- und Wanderrouten laden zu Ausflügen in die nähere Umgebung ein. Wieder Zeit für einen Pausentag! Wir nutzen unseren Ruhetag und radeln zu einer Wanderdüne nahe der Stadt Dömitz. Frisch gestärkt geht es am nächsten morgen weiter nach Wietzetze, ein kleines Dorf in der Nähe von Hitzacker. Wir wählen die rechtselbische Tour über Bitter bis zur Fähre Darchau.

Linkselbisch erwartet den Radler zwischen Hitzacker und Neu Darchau eine doch recht anstrengende Überraschung - ein bis über einhundert Meter hoher, waldreicher Endmoränenzug. Übernachtung im Heuhotel! Ein recht grauer Morgen mit Nieselregen begrüßt uns. Trotzdem wagen wir die linkselbische Tour nach Hitzacker. Bei leichtem Regen erradeln wir Steigungen von bis zu 13%. Mit viel Spaß geht es bergab.Hitzacker, 1258 mit Stadtrecht ausgestattet, beherbergt im „Alten Zollhaus“ ein Museum mit vielen Ausstellungsstücken zur Stadt und zum Leben an der Elbe. An der Elbuferstrasse das Archäologische Zentrum“. Passend für unsere Filmaufnahmen finden Ende Juli die „Tage der lebendigen Archäologie“ statt. Rücktour bei Regen nach Wietzetze. Durchfroren angekommen, freuen wir uns über das Feuer im Kamin unseres Gastgebers. Am nächsten Tag nach einem guten Frühstück radeln wir direkt nach Bleckede. Der starke Wind macht die recht kurze Tour sehr anstrengend, aber wir kämpfen uns voran. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Quartier. Am nächsten Tag geht es mit den Rädern in Ruhe die nähere Umgebung am Elbdeich.

Im Anschluß brechen wir in Richtung Lauenburg auf. Wir wechseln wieder die Elbseite. Recht abenteuerlich durch eine Baustelle führend fahren wir in Richtung Boizenburg. Mit einem schönen Blick auf den Ort kommen wir in der etwas verschlafen wirkenden Stadt an. Entlang der B5 führt uns ein Radweg bergab nach Lauenburg. Die ruhigen Strecken durch unberührte Natur gewöhnt, ist diese Strecke sehr laut. Lauenburg 1200 am Elbhang errichtet, liegt direkt an der Salzstrasse. Eine Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern prägen den Ort. Dreh im Mühlenmuseum und bei ausgiebiger Stadtführung. Unser nächstes Ziel heißt Geestacht. Den ganzen Tag Regen. Direkt an der Elbe führt ein Radweg durch das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer, eine wunderschöne Waldlandschaft. Mit teilweise recht schwer befahrbaren Wegen kommen wir in Geesthacht an. In dem kleinen Museum zur Stadtgeschichte lernen wir den bedeutendsten Bürger des Ortes kennen: Alfred Nobell. Vorbei an der einzigen Staustufe der Elbe gelangen wir an das andere Elbufer. Hier liegt direkt am Deich die Samtgemeinde Elbmarsch. Recht naß kehren wir in Marschacht in den dortigen Gasthof ein - ein ehemaliger Bahnhof. Pause! Der Sommer ist zurück! Am Stover Strand genießen wir die Zeit und sitzen einfach mal faul am Strand - baden in der Elbe. Elbeschiffahrtstag! Ausflugsschiffe verkehren elbaufwärts und elbabwärts zwischen Hamburg und Dömitz. Am frühen Abend gehen wir mit den Rädern und Gepäck an Bord. Nach 3 Stunden Fahrt legt das Schiff an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen an. Hamburg am Abend, Sonnenuntergang, unzählige Lichter. Eine Fähre bringt uns nach Finkenwerder. Von dort aus starten wir unsere einzige Nachtwanderung nach Jork. Müde fallen wir in die Betten. Das Alte Land, fruchtbares Elbland, gilt als das größte Obstanbaugebiet Nordeuropas. Mit einem Sonnenbrand sind wir am nächsten Tag etwas geschafft. Wir radeln nur den Obstlehrpfad entlang. Jork ist der Endpunkt unserer Radreise. Von Hamburg-Harburg fahren wir über Uelzen nach Magdeburg.

Über 500 km sind wir seit April 2007 links und rechts der Elbe entlang geradelt, konnten so Land und Leute auf vielseitige Weise kennenlernen. Unsere ständigen Begleiter waren die Störche aber auch Ringelnattern, Bibern, Füchsen, Hasen und unzähligen Vögeln begegneten wir auf unserer Tour. Eine wertvolle Erfahrung und ein unvergleichlich schönes Erlebnis!

2008 konnten wir aus finanziellen Gründen leider die Tour Richtung Dresden nur teilweise mit dem Rad abfahren, nur der Kameramann war unterwegs. Trotzdem sind sehr schöne Beiträge entstanden, wie im Porzellanmuseum in Meißen.

Unser Fazit: Das InternetTV-Projekt zum Elberadweg war sehr interessant und wir konnten viele interessante Orte entdecken. Und das Beste: Wir erhielten zudem eine Auszeichung für unser InternetTV!

Auszeichnung Mutmacher der Nation: Landessieger Sachsen-Anhalt Herbst 2007 BB/MBG-Infobrief  12/2007, S. 3 Artikel zur Auszeichung als Landessieger f. Sachsen-Anhalt