Interview mit Bernd Schallenberg

Schallenberg ist in der Medienwelt nicht unbekannt. Seit vielen Jahren ist er in der Szene unterwegs. Grund genug, sich einmal mehr mit Schallenberg auseinanderzusetzen.

kulturmd: Wann und wie bist Du zur Musik gekommen?

BS: Das begann als ich 14 war. Da gibt es zwei Begegnungen. Als ich im Ferienlager war, gab es jemanden, der Gitarre spielte. Er sang ganz allein vor dem gesamten Ferienlager Wozu sind Kriege da von Udo Lindenberg. Die zweite ist die: Mein Cousin spielte damals in der evangelischen Gemeinde Gitarre. Ich war sehr begeistert wie er so spielte und dazu sang. Deshalb hat er mir seine alte Gitarre wohl auch vermacht. Von da an wollte ich unbedingt Musiker werden.

Diese Gitarre habe ich immer noch.

kulturmd: Was haben Deine Eltern dazu gesagt?

BS: Sie sagten, brotlose Kunst, lerne erst einmal einen richtigen Beruf. Handwerk hat goldenen Boden usw. Also wurde ich Autoschlosser.

kulturmd: Wie ging es dann weiter?

BS: Ich hab mich zunächst autodidaktisch weiterentwickelt, weil ich keinen Lehrer hatte. Bald fand ich aber über einige Umwege und Empfehlungen zu einem. Das war wirklich ein irrer Typ. Im ersten und zweiten Jahr gab es Gruppenunterricht. Später bekam ich dann auch Einzelunterricht. Dazu mußte ich ihn schon etwas beknien. Dann hat er aber für zwei weitere Jahre seine Jazzschatzkiste vor mir ausgebreitet.

Anfang der 1990er wollte ich unbedingt Heavy Metal spielen. Daher suchte ich nach anderen Musikern. Leider wurde daraus nichts.

Ich entschloss mich später für ein Tonmeisterstudium in Potsdam. Deshalb begann ich Klavier zu spielen. Mein tontechnisches Praktikum absolvierte ich an den Freien Kammerspielen Magdeburg. Daraus wurden allerdings vier Jahre, die ich dort gearbeitet habe.

kulturmd: Ging Dir das Klavierspielen leicht von der Hand?

BS: Ja, das ging gut. Mit meinem Klavierlehrer hatte ich auch verdammtes Glück. Als er begriffen hat, das man als Tonmeister das Klavier zum Arbeiten braucht und kein Pianist sein muß, hat er mich mit grundlegenden Kompositions- und Arrangiertechniken vertraut gemacht. Der Klavierlehrer war Dieter Nathow, selbst angesagter Komponist.

Das Studium in Potsdam klappte dann nicht aufgrund zu vieler Bewerber (200 auf 10 Studienplätze).

Mitte der 1990er bewarb ich mich deshalb an dem neugegründeten Institut für Musik an der Otto-von-Guericke- Universität in Magdeburg. Dort studierte ich schließlich Musikpädagogik und Konzertgitarre.

kulturmd: Kannst Du vom Studium eine Anekdote erzählen?

BS: Ja, da waren im Wesentlichen zwei Leute von Bedeutung. Der eine, Holger Szukalski, war mein Gitarrenlehrer. Bei ihm lernte ich u. a. spanische Gitarre. Er hatte immer ein gutes Gespür, welches Stück gerade wirklich passt, wo meine Interessen liegen. Der andere war Warnfried Altmann. Er unterrichtete Jazz und Improvisation. Für Warnfried gibt es keinen falschen Ton. Man müsse den Ton nur lang genug etablieren, dann werde schon als richtig wahrgenommen. Warnfried öffnete mir einmal mehr den Geist für den Jazz.

kulturmd: Was hast Du nach dem Studium gemacht?

BS: Da hatte ich erst einmal keine Lust auf Gitarre. Ich war sehr mit dem Klavier beschäftigt. Obendrein war ich viel mit der Familie unterwegs. Das schien mir wichtiger. Ich legte also eine längere Pause ein.

kulturmd: Wann ging es wieder los?

BS: Ca. vor 5 oder 6 Jahren. Ich wollte unbedingt wieder Gitarre spielen. Zunächst habe ich die Dinge aus dem Studium noch einmal aufgearbeitet. Inzwischen habe ich ein Konzertprogramm, was etwa eine Stunde dauert.

Kulturmd: Was hast Du jetzt vor?

BS: Ich werde in nächster Zeit einige Konzerte spielen. Evtl. nehme ich eine CD auf.